Nach dem ISEK-Workshop: FNP-Konzept überarbeitet

spd_mitreden_bannerAuf Antrag der SPD-Fraktion hat der Stadtrat beschlossen, dass im kommenden Jahr ein neuer Flächennutzungsplan aufgestellt werden soll. Dieser FNP wird, wenn er beschlossen ist, Auskunft geben über die grundsätzlichen Planungsabsichten der Stadt für die nächsten zwanzig Jahre. Für uns war es in diesem Zusammenhang besonders wichtig, dass im Rahmen eines sog. „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) die Bürgerinnen und Bürger maßgeblich an den Beratungen beteiligt werden. Erfreut haben wir beim ersten ISEK-Bürger-Workshop festgestellt, dass sowohl die Fachleute vom Planungsbüro UmbauStadt als auch viele Bürgerinnen und Bürger unsere an dieser Stelle vorgestellten Konzepte unterstützen. Denn natürlich gehen auch wir als SPD-Fraktion mit eigenen Ideen und Vorstellungen in den vor uns liegenden Prozess. Als Reaktion auf die Ergebnisse des ersten Bürgerworkshops haben wir unser Konzept an einigen Stellen leicht überarbeitet, um die Vorstellungen der Planer und der Bürgerinnen und Bürger, soweit sie uns sinnvoll erschienen, miteinfließen zu lassen. Damit Sie uns Ihre Meinung zu unserem überarbeiteten Konzept mitteilen und mit uns diskutieren können, stellen wir Ihnen unsere grundlegenden Gedanken an dieser Stelle vor.

Grundsätzlich gilt für uns in diesem Zusammenhang: Flächenmäßiges Wachstum ist kein Selbstzweck. Jede weitere Versiegelung von Flächen muss aus unserer Sicht im Hinblick auf ihre sozialen, ökologischen und auch finanziellen Auswirkungen kritisch hinterfragt werden. Wachstum ist nur dann gerechtfertigt, wenn es auch zu einer qualitativen Entwicklung der Stadt beiträgt. 

 

  1. WohnbauflächenAls sinnvolle Achse für die Entwicklung von Wohnbauflächen betrachten wir den Korridor zwischen der Hut und Hagenau. Dagegen sollte aus unserer Sicht der dörfliche Charakter von Igelsdorf erhalten, eine „Lückenschluss“ zwischen der Hut und Igelsdorf also vermieden werden. Lediglich eine „Abrundung“ Igelsdorfs im Nordosten erscheint uns sinnvoll – ähnlich wie im vorliegenden FNP schon vorgesehen. Die Pläne des Ev. Siedlungswerks lehnen wir folglich ab. Auch die Experten von UmbauStadt haben sich bei der Vorstellung ihrer Pläne deutlich gegen ein bauliches „Zusammenwachsen“ der Ortsteile ausgesprochen. Diese Meinung teilen wir.
  2. Nahversorgung für die östlichen OrtsteileUm das Problem des Ziel- und Quellverkehrs zwischen den östlichen Ortsteilen und dem Stadtwesten zu abzumildern, plädieren wir für ein Nahversorgungszentrum im östlichen Anschluss an das Gewerbegebiet „Münchswiesen II“. Nach unserer Vorstellung sollten hier in einem Karree altersgerechte und barrierefreie Wohnmöglichkeiten und Läden für Güter des täglichen Bedarfs kombiniert werden.
  3. Maß der baulichen EntwicklungSoll Baiersdorf wachsen und wenn ja, in welcher Geschwindigkeit? Neben ökologischen Aspekten (Flächenversiegelung, Artenschutz, Klimaschutz) und Fragen des Hochwasserschutzes sind es vor allem auch soziale Gesichtspunkte, die uns bei unseren Vorstellungen zur zukünftigen Entwicklung der Stadt beschäftigen. Explodierende Mieten und Immobilienpreise haben sich in den letzten Jahren zu einem gravierenden sozialen Problem in den Metropolregionen entwickelt – auch bei uns. Wir betrachten es als selbstverständliche Aufgabe der Stadt, sich dieses sozialen Problems anzunehmen und im Rahmen eines maßvollen, begründeten Wachstums Wohnraum für unsere Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung zu stellen. Dabei muss die Nachverdichtung im bestehenden Siedlungsbereich und die Erschließung von Leerständen sicher Vorrang haben, wir halten aber auch die Ausweisung von neuen Wohnbauflächen für sinnvoll und sozial geboten. Aber in welchem Maß? Die Fachleute von UmbauStadt haben auf der Grundlage einer umfassenden Analyse zu dieser Frage einen begründeten Vorschlag vorgelegt:
    Analyse Flächenpotentiale
    (Quelle: ISEK-Präsentation von UmbauStadt; Baiersdorf.deWas bedeutet dieser Vorschlag: Er bedeutet, dass in den nächsten 15 Jahren 130 neue Wohneinheiten geschaffen werden müssten, da der berechnete Bedarf von 450 Wohnungen bis 2035 zu einem Großteil durch bereits begonnene oder geplante Maßnahmen befriedigt wird. Bei einer verdichteten Bebauung ergäbe sich daraus ein zusätzlicher Flächenbedarf von ca. 3,3 Hektar innerhalb der nächsten 15 Jahre. Ein wichtiger Hinweis: Die in der Grafik von UmbauStadt markierten Gebiete zeigen lediglich mögliche Standorte für diese Wohnbebauung, die markierte Fläche umfasst also deutlich mehr als die genannten 3,3 Hektar.
    Wir als SPD halten den Vorschlag der Fachleute für gut begründet und plausibel: Er berücksichtigt die begrenzten Flächenreserven durch eine maßvolle Planung und erfüllt dadurch in hohem Maße unsere Erwartungen an einen ökologisch vertretbaren Flächenverbrauch. Gleichzeitig ermöglicht er durch ein moderates Wachstum eine soziale Stadtentwicklung.
    Wir als SPD übernehmen deshalb die Vorschläge der Stadtplanungs-Profis voll inhaltlich in unser eigenes Konzept für die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans.
  4. GewerbeflächenDie Ausweisung von Gewerbeflächen soll vorrangig dazu genutzt werden, einheimischen Unternehmern notwendige Erweiterungsflächen anbieten zu können. Dies sollte nach Abschluss des Gewerbegebiets „Münchswiesen II“ ausschließlich in der nördlichen Verlängerung der Industriestraße stattfinden. Dabei ist vor allem auch – ggf. in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Poxdorf – die Industriestraße bis zur Autobahn-Auffahrt Baiersdorf Nord zu verlängern. Auch dies wäre ein substantieller Beitrag zu einer Entschärfung der Verkehrssituation in der Innenstadt.

Diese grundlegenden Überlegungen sind im Rahmen einer Klausur-Tagung der SPD-Stadtratsfraktion entstanden und wurden aufgrund des ersten ISEK-Bürger-Workshops überarbeitet und ergänzt. Natürlich sind zu den vorgestellten Ideen noch viele Erläuterungen zu geben – das werden wir in den kommenden Wochen und Monaten auch tun. Jetzt sind wir aber vor allem sehr gespannt auf Ihre Reaktionen!

 

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